| Prof. Dr. Ullrich Dittler
(Fachhochschule Furtwangen) |
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"Machen Computer Kinder dumm?
Medien wie TV und Computerspiele sind "Vermittler"; vermittler
von Informationen und Unterhaltung - darüber hinaus aber
auch von Werten, Weltanschauungen und Normen. Probleme
können sich dann ergeben, wenn in den Unterhaltungsmedien
sozial nicht akzeptierte Werte und Verhaltensweisen vermittelt
und als erfolgreich dargestellt werden (beispielsweise
die Anwendung von Gewalt zur Problemlösung) und soziale
Kontrollinstanzen nicht regulierend eingreifen. Im Rahmen
des Medienkongress Villingen-Schwenningen wird daher neben
der Frage der Nutzung einzelnen Medien durch Kinder und
Jugendliche auch die Frage nach den zu erwartenden Wirkungen
des Medienkonsums eine zentrale Rolle spielen. Wissenschaftliche
Forschungsergebnisse sowie Statements von Praktikern aus
der Medienbranche sollen helfen die komplexen Wirkmechanismen
im Zusammenhang mit der Nutzung von TV, Computerspielen
und Co. durch Kinder und Jugendliche aufzuzeigen." |
| Michael Hoyer |
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"Wo Licht ist, gibt es natürlich
auch Schatten! Als zentrales Instrument im 21. Jahrhundert
erweist sich der Computer. Ein Leben ohne elektronische
Betriebsanlagen ist heutzutage nicht mehr vorstellbar.
Der PC gehört zur unmittelbaren Umwelt schon unserer Kinder.
Sie wachsen damit auf und gebrauchen ihn wie selbstverständlich
- ohne Versuchungen, Risiken und Missstände zu kennen
und zu erkennen. Sie müssen aber/jedoch lernen, optimal
damit umzugehen. So sind Eltern und Lehrer - jegliche
Erzieher im Sinne des Wortes "Alle erziehen alle, und
das jederzeit" -verpflichtet, auf die Highlights und die
Schattenseiten des Computers hinzuweisen, um Negativnutzung
und Missbrauch zu vermeiden." |
| Dr. Walter Klingler (SWR-Medienforschung) |
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"Mediennutzung durch Kinder
und Jugendliche – Deutschland im internationalen Vergleich,
aktuelle empirische Studien. Im Mittelpunkt dieses Vortrags
stehen Daten, die einen Einblick in den quantitativen
Stellenwert des Umgang mit Medien ebenso erlauben wie
eine Einordnung beispielsweise in den Kontext sonstiger
Tätigkeiten. Dabei wird auch die Perspektive berücksichtigt,
an welchem Punkt Deutschland bei dieser Frage im internationalen
Vergleich steht. Eine solche Bestandsaufnahme wird auch
ohne Bewertung und Einordnung nicht auskommen." |
| Prof. Dr. Ralf Vollbrecht
(TU Dresden Fakultät Erziehungswissenschaften Medienpädagogik) |
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"Computer können das, was Computer
eben können - nicht mehr und nicht weniger. Dumm machen
gehört nicht dazu, schlau machen allerdings auch nicht.
Im Vergleich mit alten Medien bieten sie neue Möglichkeiten
des Lernens, der medialen Interaktion, der Gruppenbildung
(Communities) und der Selbstdarstellung (um nur einige
Aspekte zu nennen), aber auch neue Risiken." |
| Dr. Katrin Hille (Universität
Ulm, Forschungsleitung ZNL) |
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"Der Konsum von Bildschirmmedien
hat zugenommen – nie zuvor saßen Erwachsenen, Jugendliche
und sogar Kleinkinder so lange vorm Fernseher oder Computer
wir heute.
Amerikanische Jugendliche verbringen bereits den größten
Teil der Zeit, in der sie nicht schlafen, vorm Fernseher
bzw. Computer.
Das jede Tätigkeit, die man mit einer der Art hohen Frequenz
ausübt, nicht ohne Folgen für Körper und Geist bleibt,
liegt auf der Hand – schließlich zeichnet sich der Mensch
durch eine enorme Anpassungsfähigkeit aus." |
| Prof. Werner Ruoss (Hochschule Furtwangen) |
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"Jeder, der heutzutage einen Computer benutzt, kennt das Problem: In bunter
Form werden Fakten präsentiert, manchmal sogar so, dass man etwas lernen
kann. Scheinbar ist der Computer eine unerschöpfliche Wissensquelle - meiner
Meinung nach jedoch eher eine Datenquelle. Macht es Sinn, diese Datenflut
auf unser armes Gehirn einströmen zu lassen? Wird man dadurch klug oder
dumm?
Uns erwartet eine spannende Diskussion!"
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Herr Matthias Kleimann (Diplom-Medienwissenschaftler) Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen |
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Matthias Kleimann, geb. 1978, ist Diplom-Medienwissenschaftler und
Mitarbeiter im Projekt "Mediennutzung und Schulleistung" des
Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen unter Leitung von Prof.
Dr. Christian Pfeiffer. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der
Medienwirkung und Mediensozialisation. Er konzipiert und evaluiert derzeit
ein medienpädagogisches Präventionskonzept in Berliner Grundschulen. Die
feste Integration der digitalen Medien im Lebensalltag von Kindern und
Jugendlichen führt auch zu der Frage, welche negativen Zusammenhänge es
zwischen der intensiven Nutzung neuer Unterhaltungsmedien und anderen
Bereichen der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen gibt. Der Vortrag
stellt erste Erkenntnisse vor, die aus der Befragung von rund 20.000
Schülerinnen und Schülern vierter und neunter Klassen in verschiedenen
Regionenen Westdeutschlands gewonnen werden konnten. Beleuchtet wird die
Frage, inwieweit Computerspielnutzung mit negativen Schulleistungen in
Zusammenhang gebracht werden muss und welche Rolle wichtige Drittvariablen
dabei spielen. Zudem wird dargestellt, in welchem Maß der Jugendmedienschutz
für Computerspiele bereits bei Grundschülern unterlaufen wird und welche
negativen Auswirkungen sich aus diesem Punkt ergeben.
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| Prof. Dr. Jürgen Fritz
(Fachhochschule Köln) |
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"Warum Computerspiele faszinieren
-
Millionen Menschen tauchen täglich in virtuelle Spielwelten
ein und verbringen dort viele Stunden. Was bringt sie
dazu? Was finden sie in den Spielen, was sie in der realen
Welt vermissen? Wie setzen sich die Spieler zu ihren Spielen
in Beziehung? Warum können viele von den Spielen nicht
lassen und erleben die Faszinationskraft fast wie einen
Sog, der ihren Tagesablauf bestimmt? Sind Computerspiele
ein Freizeitvergnügen oder deuten sie auf eine Entwicklung,
die darüber hinaus weist?" |
| Prof. Dr. Jo Groebel
(Europäisches Medieninstitut) |
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"In der Erwachsenenbevölkerung
und auch bei sehr vielen Politikern und Pädagogen gibt
es die Auffassung, dass Computerspiele vor allem negative
Auswirkungen hätten. Zum Einen führt das vorherrschen
extrem gewaltsamer Spiele zur Diskussion über eine Steigerung
der individuellen Gewalt, nicht zuletzt nach Fällen wie
dem Amoklauf in Erfuhrt. Eine weitere Hypothese besagt,
dass Computerspiele inhaltlich eindimensional und oberflächlich
seien und keine Differenzierung bei Problemlösungen zuließen.
In Teilen werden Computerspiele sogar in den Zusammenhang
der sogenannten Medienverwahrlosung gesetzt.
Tatsache ist aber, dass selbst bei einem starken Akzent
auf Action-Spielen in der Branche Computerspiele ein sehr
breites Spektrum aller möglichen kognitiven, sozialen
und emotionalen Sachverhalten abdecken. Faktisch scheinen
sie bei guter Komposition intellektuelle Fähigkeiten dennoch
steigern zu können und die sozialen Kompetenzen zu erhöhen.
Wichtig ist eine zwar kritische aber konstruktive Debatte
über Funktionalität und Möglichkeiten von Computerspielen
in der Gesellschaft, die heute immerhin schon mehr Umsatz
erzielen als Kinofilme." |
| Dr.
Klaus-Peter Gerstenberger (UnterhaltungsSoftwareSelbstkontrolle,
Berlin) |
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"„Nicht alle Bücher sind schlecht.“
- Das würden wir mit gutem Grund so nicht sagen. Auch
beim Computerspiel sollten wir unbedingt die Perspektive
wechseln." |
| Dr.
Werner Hopf (Schulpsychologe, Forschungsschwerpunkt Medienwirkung) |
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"Excessiver Konsum von Fernsehen
oder PC-Spielen verdummt: Lerninteressen schwinden, Sprachkompetenz
und Schulleistungen sinken, kritisches und komplexes Denken
werden nicht entwickelt. Der Forschungsstand belegt eindeutig:
Mediengewalt verursacht die Steigerung von Aggressivität
und Gewalttätigkeit. Jugendmedienschutz und Profitstreben:
Ein unlösbarer Widerspruch?" |
| Prof. Dr. Sabine Trepte (Universität
Hamburg) |
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"Computerspiele sind heute,
was der Rock in den 1950er Jahren war: Symptom einer Jugendkultur
und Schreckensgespenst der Elterngeneration. Die Verdammung
der Computerspiele durch Medien und Pädagogen ist jedoch
häufig unfundiert. Bisher weisen die Forschungsergebnisse
nicht eindeutig darauf hin, dass Computerspiele 'dumm'
machen. Vielmehr zeigt die Forschung, dass Lernspiele
sich positiv auf den Schul- und Studienerfolg, die Lernmotivation,
die Lernfähigkeit und das räumliche Vorstellungsvermögen
auswirken.
Nur wenn wir Spiele, Spieler und Spielsituation differenziert
betrachten, können wir auch Aussagen über die Wirkungen
von Computerspielen auf kognitive Fähigkeiten treffen." |
| Ute Garnew (Geschäftsfüherin
Wichernhaus, Medienkurklinik) |
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"Medienabhängigkeit - ein sehr
komplexes, kontrovers diskutiertes Thema mit großer gesellschaftlicher
Relevanz." |
| M.A. Christian Bigge
(Editor-in-chief PC Action) |
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"Machen Computer Kinder dumm?
- Gegenfragen: Sind Sportwagen Tötungsmaschinen, forciert
Rockmusik zwangsläufig Rebellion? Neue Technik, neue Medien
erfordern Aufklärungsarbeit. Eine differenzierte Analyse
der Thematik ist notwendig wie wünschenswert. Dämonisierung
spaltet und führt nicht zu Lösungsansätzen." |
| Stefan Gundelach (PR-Manager / Pressesprecher Nintendo) |
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"Der Philosoph Platon hielt
schon die Erfindung der Schrift für verderblich, weil
die Möglichkeit, Dinge schriftlich festzuhalten, die Gedächtnisleistung
des Menschen geschwächt habe. Aber so ist das eben mit
neuen Medien: Sie ersetzen bestimmte Fähigkeiten des Menschen,
bringen aber auch neue Chancen hervor. Und so wie der
Gebrauch der Schrift, so macht natürlich auch die Nutzung
von Computern und neuen, interaktiven Medien nicht dumm.
Wenn es zur Entwicklung von Intelligenz gehört, sich die
wichtigsten Kulturtechniken anzueignen, dann können Computer-
und Videospiele sogar einen wichtigen Beitrag leisten.
Denn sie machen Kinder zum Beispiel frühzeitig mit der
Welt der Computer vertraut oder sie können das logische
Denken fördern. Kurz: Computer- und Videospiele an sich
machen weder dumm noch intelligent. Wie bei allem, entscheiden
auch hier Inhalt und Dosierung über schädliche oder nützliche
Wirkung." |