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Medienkongress

Referenten

 

Prof. Dr. Ullrich Dittler
Hochschule Furtwangen University
Prof. Dr. Ullrich Dittler Die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen werden zunehmend zu Medienwelten: Handy, MP3-Player und tragbare Computerspiele machen Information, Kommunikation und Unterhaltung mobil und ergänzen Fernsehen, Spielkonsolen und Internetzugänge. Für viele Kinder und Jugendliche ist es selbstverständlich, jederzeit und überall auf unterschiedliche Medien zugreifen zu können.
 
Der 2. Medienkongress in Villingen-Schwenningen greift diese Entwicklung auf und analysiert die verschiedenen Aspekte, die mit dem Aufwachsen in virtuellen Medienwelten verbunden sind. Betrachtungen der Risiken aber auch der Chancen werden bei dem Kongress thematisiert und ergänzt um praktische Empfehlungen für die in pädagogischen Feldern tätige Personen.
Prof. Michael Hoyer
Hochschule Furtwangen University
Prof. Michael Hoyer Villingen-Schwenningen etabliert sich als Medienstandort im Südwesten. Bei dem Medienkongress in der Doppelstadt wird kritisch der Umgang mit Computertechnologie diskutiert. Die Nutzung der interaktiven Medien durch Kinder und Jugendliche wirft immer wieder neue Fragen auf. Dieses Thema führt häufig zu Diskussionen - sind die „Neuen Medien“ für unsere Jugend schädlich oder gehören sie einfach dazu und sind die Werkzeuge des 21. Jahrhunderts? Ein Leben ohne elektronische Betriebsanlagen ist heutzutage nicht mehr vorstellbar. Der PC gehört schon zur unmittelbaren Umwelt unserer Kinder. Die Vorteile dieser Nutzung werden beim 2. Medienkongress dargestellt. Wurde beim 1. Medienkongress im Jahre 2006 die Gefahren und Risiken der Mediennutzung durch Kinder und Jugendliche diskutiert, ist es richtig und wichtig die positiven Seiten einer Mediennutzung durch Kinder und Jugendliche zu betrachten.
 
Allzu häufig wird die Computertechnologie verurteilt. Wir müssen aufpassen, dass wir sprichwörtlich das Kind nicht mit dem Bade ausschütten, denn das Internet und der Computer können gerade im Ländlichen Raum Potenziale der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Teilhabe erschließen, sowie neue Arbeitsmarktchancen eröffnen und infrastrukturelle Nachteile ausgleichen. Die zentrale Herausforderung besteht also darin, Jugendliche und Kinder an einen verantwortungsvollen, kritischen und kreativen Umgang mit den neuen Medien heranzuführen.
Dipl. Psych. Tobias Rothmund
Universität Koblenz-Landau
Dipl. Psych. Tobias Rothmund Die mediale Diskussion um Wirkungen von Computer- und Videospielen auf die jugendliche Entwicklung ist häufig geprägt von extremen Positionen. Einige Akteure sehen in gewalthaltigen Videospielen den Untergang des Abendlandes, während andere heilsbringerische Hoffnungen in den Einsatz von so genannten Serious Games in Lernumgebungen setzen.
Empirische Befunde aus der Medienwirkungsforschung werden in der öffentlichen Diskussion häufig gar nicht oder nur einseitig rezipiert und wiedergegeben, wodurch der Eindruck entsteht, es gäbe keine verlässlichen oder sehr widersprüchliche Befunde.
Prof. Dr. Christian Pfeiffer
Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e.V.
Prof. Dr. Christian Pfeiffer Je mehr Zeit Jugendliche mit Computerspielen verbringen und je brutaler diese sind, umso schlechter fallen die Schulnoten aus und umso mehr verringert sich Ihre Empathie.
Prof. Dr. Winfred Kaminski
Institut für Medienforschung und Medienpädagogik, Köln
Prof. Dr. Winfred Kaminski "Mit dem Fernsehen als Familienmedium ist der oder die »couch-potato« herangewachsen und erwachsen geworden, ja ergraut. Die Fernbedienung und das Knabbergebäck gehörten zum täglichen mehrstündigen Fernsehritual. Unter den Bedingungen neuer digitaler Technologien, bei denen die push- an die Stelle der pull-Medien treten, deuten sich Veränderungen an. Die passiven Konsumenten können sich aufschwingen zu Produzenten. Jeder und jede wird potentiell: Regisseur, Schauspieler und Sprecher. Das scheint ein Ideal, ja eine Utopie. Wie realistisch ist es aber, dass alle diese Selbst-Darstellungen, ob bei Youtube oder Myspace, tatsächlich auch als Darstellungen erlebt werden. Haben sie eine andere Bedeutung als nur für diejenigen, die sich selbst darstellen? Wer hat Interesse daran und wie könnte es geweckt werden?"
Dipl. Soz. Hansjörg Klumpp
Stadtjugendamt der Stadt Freiburg
Dipl. Soz. Hansjörg Klumpp „Sinn statt Unsinn: Computerspiele in Kinderhand – wie Eltern und Lehrer kindliche Leidenschaft sinnvoll steuern können“
 
Das Familienleben leidet unter der Spielsucht der Kinder und auch die Freunde des Kindes leben ausschließlich, so scheint es, in der World of Warcraft? Abgedriftet vom first life ins second life.
 
Häufig bemerken Lehrer und Eltern den Leistungsabfall vormalig guter Schüler viel zu spät. Diese verschließen sich immer mehr gegenüber der realen Welt, werden vergesslich, nervös, gereizt und persönliche Beziehungen finden nur noch in der fiktiven Welt statt. Die Eltern sind hilflos, weil sie auf ihr Kind immer seltener Einfluss haben.
 
Die Medienwelt aber ist real und gehört zum Alltag der Kinder. Das Wegsperren von Computer oder Fernseher als Form der Bewahrpädagogik, stellt nur ein Zeichen der Hilflosigkeit vieler Eltern dar. Aus eigener, oft negativer Erfahrung betrachten sie Computerspiele meist kritisch. Erziehungsberechtigte sehen sich immer häufiger Fragen gegenüber wie: „Welche Inhalte, für welche Altersgruppe, wie viel Zeit und wie kann eine Spielsucht vermieden werden?“
 
Die zentrale Frage ist, „Wie kann ein sinnvoller Umgang mit Videokonsolen und Computerspielen unter Berücksichtigung vorrangiger Aufgaben, wie der Schule, erlernt werden?“ Wie können Warnzeichen rechtzeitig erkannt und mit sinn- und wirkungsvollen Maßnahmen entgegengesteuert werden? Wie können Eltern und Pädagogen den Kinder einerseits Medienkompetenz und aber auch interessante Alternativen vermitteln?
 
Es gilt die kindliche Leidenschaft sinnvoll zu steuern.
Andreas Link
jugendschutz.net, Mainz
Andreas Link Jugendschutz in Zeiten weltweit verfügbarer digitaler Medien: Möglichkeiten, Grenzen und Ansatzpunkte für den pädagogischen Alltag
 
Die schnelle Verbreitung des grenzüberschreitenden Mediums Internet seit Mitte der Neunziger Jahre stellte den Jugendschutz vor völlig neue Probleme. Entgegen allen pessimistischen Prognosen zeigen die Erfahrungen, dass Jugendschutz im Internet möglich ist.
Während die Alterseignung von Spielen und Filmen vor ihrer Markteinführung geprüft wird, ist das Internet zulassungsfrei. Damit wächst die Verantwortung der Anbieter, die berücksichtigen müssen, dass ihre Angebote auch von Kindern genutzt werden.
Die Nutzerinnen und Nutzer spielen im Internet eine besonders wichtige Rolle. Sie produzieren einen großen Teil der Inhalte und können als Anwälte von Kindern und Jugendlichen fungieren, indem sie Anbieter oder zuständige Stellen auf Verstöße hinweisen.
Die Verbesserung des Jugendschutzes im globalen Medium Internet setzt internationale Zusammenarbeit voraus. Umfassende Verbesserungen sind nur durch internationale Vereinbarungen und deren Umsetzung in der Praxis zu erreichen.
Technische Schutzmaßnahmen spielen im Internet eine größere Rolle als in den traditionellen Medien. Sie können den Jugendschutz im Internet nicht garantieren, aber Gefährdungspotentiale deutlich reduzieren.
Dr. Britta Schmitz
Universität Basel
Dr. Britta Schmitz Jungen interessieren sich für Action und Sport, Mädchen schauen Soaps und Telenovelas. Das sind die Annahmen, die wohl jedem in den Kopf kommen, wenn wir über geschlechtlich bedingte Fernsehgewohnheiten nachdenken. Dass aber ein Drittel der Zuschauer deutscher Daily Soaps aus Jungen und Männern besteht wissen nur die wenigsten.
 
In diesem Vortrag wird daher beleuchtet, wie männliche Zuschauer damit umgehen, ein als typisch weiblich konnotiertes Medienangebot zu nutzen und welche Rückschlüsse diese Verhaltensweisen auf die in unserer Gesellschaft vorherrschenden Männlichkeitskonzepte zulassen. Im Weiteren werden die Männlichkeitsvorstellungen soaprezipierender Männer mit den Ergebnissen der aktuellen Männlichkeitsforschung verglichen, um aus diesen Erkenntnissen pädagogische Schlussfolgerungen zu ziehen.
Tom Feibel
Medienexperte und führende Journalist in Sachen Kinder und Computer in Deutschland
Tom Feibel Nichts hat die Kindheit so umgekrempelt wie der Computer. Mit einen enormen Sachwissen bündelt der Nachwuchs die meisten Interessen am PC zusammen.
 
Doch in der Welt des Internets und der Computerspiele werden Kinder weitgehend alleine gelassen. Die Folgen: Kinder entscheiden immer öfter alleine, was sie spielen und wie lange sie spielen. So gelangen sie an Spiele, die nicht für sie geeignet sind. Darum brauchen auch Computerkids Erziehung - mit festen Regeln, Werten und Mut zu Verboten.